Kardiologie

Patienteninformation

Belastungs-EKG / Spiroergometrie

Bei dieser Untersuchung wird während einem Belastungstest auf dem Fahrrad die Leistungsfähigkeit und die Anpassung des Kreislaufs geprüft . Die Antwort des Blutdrucks, der Herzfrequenz und der Atmung geben wichtige Informationen über den Zustand von Herz und Lunge und erlauben eine Differenzierung zwischen Herz und Lungenerkrankungen. Eventuelle Beschwerden und Veränderungen der Herzstromkurve (EKG) während der Belastung geben Hinweise auf das Vorhandensein einer Durchblutungsstörung.

Langzeit-EKG

Für Abklärungen von Beschwerden, die durch Herzrhythmusstörungen verursacht sein können, wie zum Beispiel Herzrasen, Herzstolpern, Schwindelattacken oder Ohnmachtsanfällen, besteht die Möglichkeit den Rhythmus ambulant zwischen 24 Stunden und einer Woche aufzuzeichnen.  Das Langzeit-EKG wird durch ein tragbares EKG-Gerät, in etwa von der Grösse eines kleinen Mobiltelefones, aufgezeichnet, welches am Körper befestigt wird und über Kabel mit Klebeelektroden auf der Brustwand verbunden ist. Zudem sollte während der Aufzeichnung ein genaues Tagebuch über allfällige Beschwerden und Tätigkeiten geführt werden. Damit kann der Arzt eventuelle Veränderungen im EKG mit entsprechenden Beschwerden bzw. Tätigkeiten in Zusammenhang bringen.

Herzultraschall (Echokardiographie)

Mit Hilfe einer Ultraschallsonde ist es heutzutage möglich , die Strukturen des Herzens, deren Dimensionen und die Funktion sehr genau auszuloten. Diese Untersuchung ist schmerz- und gefahrlos und gibt wichtige Auskünfte über den Zustand des Herzmuskels und der -klappen.

Transoesophageale Echokardiographie

Die transoesophageale Echokardiographie (Schluckultraschall) wird mittels Einführung der Ultraschallsonde in die Speiseröhre durchgeführt. Damit können feine Strukturen des Herzens untersucht werden, die bei der herkömmlichen Echokardiographie von aussen (transthorakal) nicht sichtbar sind. Vor der Untersuchung wird die Rachenschleimhaut mit einem Spray unempfindlich gemacht sowie ein Medikament zur Beruhigung verabreicht. Patienten müssen vor der Untersuchung 6 Stunden nüchtern bleiben und sollten 8 Stunden danach kein Fahrzeug lenken.

Dobutamin-Stressechokardiographie

Bei der Dobutamin-Stressechokardiographie wird der Herzultraschall während medikamentöser Belastung durchgeführt. Dazu wird das Medikament Dobutamin durch die Vene verabreicht um die Schlagkraft des Herzmuskels zu verstärken und das Herz schneller schlagen zu lassen.
Dabei wird vor, während und nach der Belastung die Funktion des Herzmuskels und allfällige Wandbewegungsstörungen erfasst als Hinweis auf eine mögliche Durchblutungsstörungen erfasst.  Ebenso kann die Funktion einer Herzklappe unter Belastung beurteilt werden.

Magnetresonanz-Bildgebung des Herzens (inklusive Stress-MRI)

Ein Herz-MRI (auch kardiale Magnetresonanztomographie/MRT oder CMR) ist ein modernes und schonendes Verfahren zur genauen Untersuchung des Herzens, das ohne Röntgenstrahlung auskommt. Im Vergleich zur Herz-Ultraschalluntersuchung (Echo, TTE) bietet das Herz-MRI einen großflächigen Überblick über die räumliche Anordnung der Herzkammern, Herzklappen und großen herznahen Blutgefässe. So können vor allem Herzmuskelerkrankungen wie eine Herzmuskelentzündung (Myokarditis), ein zu dicker oder zu grosser Herzmuskel (hypertrophe bzw. dilatative Kardiomyopathie) sowie Ablagerungen im Herzmuskel (z.B. bei Amyloidose, Sarkoidose, Hämochromatose) genau diagnostiziert werden. Auch die Funktion der Herzkammern oder pathologische Verbindungen zwischen den einzelnen Herzhöhlen (englisch: Shunts) können genau untersucht werden.

Darüber hinaus können zur Abklärung von Durchblutungsstörungen des Herzmuskels (bei Brustenge / Angina pectoris) spezielle MRI-Aufnahmen während einer Belastungsphase im Vergleich zu den zuvor gemachten Ruheaufnahmen dienen (Perfusionsuntersuchung). So kann festgestellt werden, ob eine Herzkatheterbehandlung oder Bypass-Operation notwendig ist. Bei dieser „Stress“-MRI Untersuchung wird die körperliche Anstrengung nicht aktiv durch Velofahren oder ein Laufband erzeugt, sondern passiv durch Infusion eines Medikaments (Dobutamin). Flussmessungen in Bypass- oder Herzkranzgefässen, MR- Koronarangiographie sowie Plaque- und metabolische Bildgebung befinden sich derzeit noch im Stadium der wissenschaftlichen Erprobung und werden somit nur im Rahmen von klinischen Studien durchgeführt.

Koronarangiographie und Ballondilatation

Diese Untersuchung mit Hilfe von Kontrastmittel erlaubt eine genaue Darstellung der Herzkranzgefässe zur Abklärung möglicher Durchblutungsstörungen. Bei Vorhandensein von Verengungen oder gar Verschlüsse von einzelnen Gefässen, wie zum Beispiel bei einem akutem Herzinfarkt, gelingt es oft, diese Hindernisse im Blutfluss mit einem Ballon zu beseitigen und den behandelten Bereich mit einem feinen Drahtgitter (Stent) zu verstärken. Dieser Eingriff verursacht kaum Beschwerden, kann ohne Narkose durchgeführt werden und bedarf in der Regel eine Hospitalisation über eine Nacht (Flyer).

Schrittmacherimplantation

Wenn der eigene Herzschlag zu langsam ist oder zeitweise ganz ausfällt, kann die Implantation einer oder zweier Schrittmachersonden in den rechten Teil des Herzens lebensrettend sein. Dies geschieht in Lokalanästhesie über einen kleinen Schnitt unterhalb des linken oder rechten Schlüsselbeins und dauert 1 bis 2 Stunden. Die Schrittmachersonden werden mit einer flachen kleinen Batterie verbunden, welche in der Regel unterhalb des linken Schlüsselbein unter der Haut zu liegen kommt. Mit einem speziellen Abfragegerät kann die Funktion dieser Batterie von aussen den Bedürfnissen des Patienten angepasst werden. In den meisten Fällen ist ein Batterieaustausch nur alle 8 bis 10 Jahre notwendig.

ICD-Implantation (Interner Cardioverter Defibrillator)

Ein ICD kann implantiert werden, wenn das Herz lebensgefährlich zu schnell geschlagen hat (Kammertachykardie oder Kammerflimmern) oder die Gefahr für eine solche Herzrhythmusstörung besteht.

Ein ICD arbeitet wie ein Herzschrittmacher, kann aber zusätzlich durch eine bestimmte Stimulation oder einen Elektroschock auch zu schnelle Herzrhythmusstörungen beenden. Hierfür werden ein oder zwei Sonden in den rechten Teil des Herzens implantiert. Dies geschieht in Lokalanästhesie über einen kleinen Schnitt unterhalb des linken oder rechten Schlüsselbeins und dauert 1 bis 2 Stunden. Die Sonden werden mit einer flachen kleinen Batterie verbunden, welche in der Regel unterhalb des linken Schlüsselbeins unter der Haut zu liegen kommt. Mit einem speziellen Abfragegerät kann die Funktion dieser Batterie von aussen den Bedürfnissen des Patienten angepasst werden. In den meisten Fällen ist ein Batterieaustausch nur alle 8 bis 10 Jahre notwendig.

Elektrophysiologische Untersuchung und Radiofrequenz-Katheterablation

Wenn Herzrhythmusstörungen festgestellt werden, kann mit einer elektrophysiologischen Untersuchung geklärt werden, um welche Art von Herzrhythmusstörungen es sich handelt und welche Behandlungsmöglichkeit sich empfiehlt. Häufig ist das die Ablation der Rhythmusstörung. Bei der Ablation werden die für das Herzrasen verantwortlichen Strukturen mit Radiofrequenz-Energie (hochfrequenter Wechselstrom) durch umschriebene örtliche Gewebeerhitzung „verödet“. Die Energie-Abgabe erfolgt über einen Katheter mit einer kleinen Metallklappe und ist im Allgemeinen schmerzlos.

Ambulante Herzrehabilitation